altes Neues

Ha! Was New York kann, kann Florianópolis schon lange! Und noch besser!
Wir haben gerade 45 Stunden Stromausfall hinter uns!

Ihr werden euch sicher gewundert haben dass es so lange nix zu berichten gab, bzw. die Homepage nicht erreichbar war…

Auf der Brücke zur Insel explodierten bei Wartungsarbeiten die beiden Hauptkabel und schon war die Insel Stromtechnisch wirklich eine Insel. Durch die Explosion wurden auch 3 von insgesamt acht Fahrbahnen der Brücke beschädigt, so dass es hier auch zu Verkehrstechnischen Problemen kam. Um die beschädigten Kabel zu überbrücken musst ein Spezialkabel aus Rio eingeflogen und provisorische Baumaßnahmen an der Brücke vorgenommen werden.

Der Stromausfall an sich hat eigentlich keine Probleme bereitet. Während des Blackouts ist auch die Kriminalitätsrate gesunken. Das eigentliche Problem ist, dass auch die Pumpen der Wasserwerke nicht mehr pumpen konnten, so dass wir nach 24 Stunden kein Wasser mehr hatten. Wir hatten noch glück, da wir einen großen Wasserspeicher und eine Zisterne im Gebäude haben. Andere hatten schon seit dem frühen Morgen des ersten Tages kein Wasser mehr. die Wasserwerke haben angekündigt, dass bis Montag alle wieder mit Wasser versorgt sein würden.

Auch an den wenigen Tankstellen die mit Stromaggregaten ihre Pumpen betrieben kam es zu langen Schlangen. Die Gesamte Wirtschaft auf der Insel kam zum Stillstand. Am ersten Tag waren die Straßen ein einziger Stau wegen der ausgefallenen Ampelanlagen. Zum teil brauchten die Angestellten die auf der Insel wohnen, aber auf dem Festland arbeiten drei Stunden um ins Büro zu kommen, da die Brücke teilweise gesperrt wurde. Allein auf der Kreuzung vor unserem Haus kam es zu drei Unfällen.

Abends wurde es hier auf der Insel richtig gemütlich: Alle Nachbarn versammelten sich auf der Straße und quatschten und tratschten. Es wurden vereinzelt Feuerwerke gesichtet und viele spielten mit Taschenlampen und machten untereinander Zeichen. Mari und Ich setzten uns auf den Balkon mit dem letzten kalten Bier (das ich vorher bereits ins Gefrierfach gestellt hatte) und einer Schüssel Popcorn und beobachteten die Dunkelheit. Die Bevölkerung hat das ganze sehr ruhig und gelassen hingenommen. Viele, so kann ich mir vorstellen, genießen das verlängerte Wochenende mit Campingflair, dass am Mittwoch Mittag begann.

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