Tanz in den Oktober
Ja, das macht durchaus Sinn, weil der Mai hier meistens vom Wetter her eher bescheiden ist und da mag man nun wirklich nicht reintanzen. Da wählt man dann doch schon eher einen Monat der dem hiesigen Frühling entspricht. Und da auch ein großes deutsches Volksfest, das sich in der ganzen Welt einen Namen gemacht hat sich Oktoberfest nennt (und es bekanntermaßen in Blumenau auch ein Oktoberfest stattfindet) tanzt man in São Pedro de Alcântara (S.P.A.) eben in den Oktober. Es findet heuer zum siebten Mal das jährliche Oktobertanz Volksfest statt.
Nach 20km Kopfsteinpflaster, die allesamt mit dem Bundesadler verziert wurden, haben wir S.P.A erreicht. Die erste deutsche Kolonie in Santa Catarina. Und vermutlich die letzten die auf den “kommt zu uns wir haben ein verrücktes deutsches Volksfest” Trichter gekommen sind.
Dass der Oktobertanz schon zum siebten mal stattfindet war leider nicht zu erkennen, mangelte es doch an jeglicher Organisation. Es gab nur eine Kasse an der sich lange Schlangen bildeten. Hat man dann nach gut 40 Minuten warten die Kasse erreicht, durfte man sich erneut an einer ebenso lange Schlange anstellen um den eben erworbenen Bon gegen Speis und Trank einzulösen.
Es gab Chopp Alemão Klaus Bier. Kannte ich bisher nur vom Namen. War aber auch gut so. Muss man nicht kennen.
Zu Essen gab es Würstchen, Sauerkraut, Eisbein und Händel (gefüllt, ungefüllt oder nur die Füllung). Würstchen Eisbein und Sauerkraut waren eigentlich in Ordnung.
Beeindruckt waren wir vom Getränkeaushang. Alles war zweisprachig. Das gibt natürlich Probleme bei Produkten bzw. deren Oberbegriff, für den es kein Wort im Deutschen gibt. “Refrigerantes” kennt man in den USA als “Softdrinks”. Mir fällt da kein Wort im Deutschen ein. Die für den Aushang zuständigen haben einfach im Wörterbuch nachgeschlagen und haben das erste Wort dafür genommen. Und so kam es dass man für R$ 2,00 eine Dose Kühlmittel kaufen konnte.
Viel Trachten (kam mir so vor wie eine Mischung aus Bayrisch und Schwarzwald tracht) und Hossa-Musik aus viel zu lauten Lautsprechern.
Anschließend noch die Kathedrale von S.P.A. angeschaut. Besonders ihre dezente Farbe setzt sie von der Einheitskathedrale ab. Im inneren sind gesetztere Farben verwendet worden.
Wir haben uns dann auf den Heimweg gemacht. Stefan und Ayoyi (Gott, ich hoffe sie schreibt sich so) sind noch kurz auf eine Capi rein gekommen.
Schöner Sonntag!